Tempo 30 in Lausen


Warum Tempo 30?

Gefahren können besser erkannt werden

Autofahrer lenken ihren Blick automatisch dorthin, wo sie in zwei, bis drei Sekunden sind. Je höher die Geschwindigkeit, desto weiter weg geht also der Blick. Bei Tempo 50 liegt er ca 40 Meter weit vor dem Fahrzeug, bei Tempo 30 dagegen nur etwa 15 Meter. Der Blick geht in die Breite, und das Geschehen rechts und links der Fahrbahn wird besser wahrgenommen. Aller Verkehrsteilnehmenden können sich mit Blickkontakten und Gesten verständigen. Wenn plötzlich am Strassenrand etwas geschieht, können auch die Autofahrer schnell reagieren.

Der Anhalteweg wird kürzer

Während ein Auto mit Tempo 30 bei einer Vollbremsung nach 14 m schon steht, ist ein Fahrzeug mit Tempo 50 km/h an der gleichen Stelle immer noch mit 50 km/h unterwegs. Es steht erst nach 28 Metern, davon sind 14 Meter ungebremste Fahrt während der Schrecksekunde.
D.h. wenn ein Kind 14m vor einem Auto auf die Strasse rennt oder stürzt, reicht es einem Autofahrer der mit Tempo 30 unterwegs ist anzuhalten. Wenn das gleiche Auto mit Tempo 50 unterwegs ist, trifft es das Kind ungebremst mit 50 km/h (siehe nächster Abschnitt "Unfallfolgen").

Die Unfallfolgen sind leichter

Mit Tempo 30 nimmt die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls ab. Ist ein Zusammenstoss jedoch unausweichlich, sind die Verletzungsfolgen geringer. Denn prallt ein Fahrzeug mit 50 km/h mit einem Fussgänger zusammen, entspricht der Unfall einem Sturz aus 10 Metern Höhe (3. Stock), und die Überlebenschancen für den Fussgänger liegen bei gerade einmal 30 Prozent. Ist das Auto dagegen mit Tempo 30 unterwegs, entspricht eine Kollision einem Sturz aus 3,5 Metern. Die Überlebenschancen steigen auf 90 Prozent.

Kinder sind keine Erwachsenen

Auch wenn gerne Argumentiert wird, dass Kinder durch die richtige Erziehung verkehrssicher gemacht werden können ist dies nur sehr eingeschränkt möglich, denn den Kindern fehlen ein paar Voraussetzungen.

Wie müsste ein "verkehrsangepasstes" Kind denn sein?…

  • Mindestens 150 cm gross, damit es über parkende Autos und andere Hindernisse hinweg sehen kann.

  • mit den Proportionen eines Erwachsenen, damit es seltener hinfällt; also mit einem Körperschwerpunkt ungefähr in der Bauch-Beckengegend.

  • mit einem Gesichtsfeld von ungefähr 180 Grad

  • mit dem Vermögen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun und komplexe Beobachtungssituationen zu durchschauen und zu beherrschen

  • mit der Gehsicherheit und dem Sprintvermögen eines trainierten Sportlers, aber ohne Bedürfnis nach Platz, Bewegung und Toben

  • immer voll aufmerksam und fehlerlos im Einhalten von Regeln

  • ohne Entdeckungsdrang. Es muss sich wohl fühlen, wenn es ständig beaufsichtigt wird, und sich selbstverständlich unterordnen.

Quelle: z.T. von http://de.30kmh.eu

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 www.tempo30inlausen.ch